Die Datenschutzgrundverordnung steht in den Startlöchern. Bis zum 25.05.2018 muss die sog. DSGVO umgesetzt sein. Hätten Sie es gewusst? Jedoch haben nach einer Händlerbund-Studie ein Drittel der Händler noch nie von der DSGVO gehört. Damit Sie auf keinen Fall zu diesen gehören, haben wir hier die Neuerungen zusammengefasst, denn bei einer solchen Änderung sollte man es nicht auf die lange Bank schieben.

Was ist die DSGVO?

Ähnlich der Verbraucherrichtlinie aus dem Jahr 2014 stellt auch diese eine Harmonisierung, d.h eine Anpassung, der europäischen Gesetzeslage im Bereich des Datenschutzes dar. Beschlossen wurde sie am 14. April 2016 nach vierjährigem Gesetzgebungsprozess durch das EU-Parlament. Damit ist ein Ende der 28 verschiedenen Datenschutzbestimmungen in Sicht und damit ein großer Vorteil für die Händler gegeben. Die Grundverordnung gilt in allen Mitgliedsstaaten unmittelbar ohne weitere Umsetzung. Jedoch wurde das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) komplett überarbeitet, um die notwendigen Regelungen in Deutschland vorzunehmen. Natürlich ergeben sich aus dieser groß-angelegten Harmonisierung auch viele Änderung.

Welche Änderungen ergeben sich aus der DSGVO?

Damit die DSGVO für Sie kein Buch mit sieben Siegeln bleibt, hier die maßgebliche Änderungen:

  • Notwendige Änderungen der Datenschutzerklärung
  • Newsletterversand
  • Datenportablität
  • Bußgelder und Sanktionen

Änderung der Datenschutzerklärung

In Zukunft werden die Anforderungen an die Informationserteilung stark steigen. In Artikel 12 der EU-DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) heißt es, dass Informationen dann „in präziser, transparenter, verständlicher und leicht zugänglicher Form in einer klaren und einfachen Sprache zu übermitteln“ sind. Demnach werden die Datenschutzerklärungen länger und umfassender als jetzt werden. Es wird wesentliche Änderungen in der Nutzung von Tracking-, Analyse und Remarketing-Tools geben. Der User wird wohl künftig seine ausdrückliche Einwilligung in die Verwendung der entsprechenden Tools abgeben müssen.

Newsletterversand

Auch nach dem derzeitigen Standard gelten für den Versand schon hohe Anforderungen. Es muss – bis auf eine Ausnahme – immer eine Einwilligung eingeholt werden. Nach dem Eintragen der E-Mail-Adresse erhält der Abonnent dann bei dem empfohlenen “Double-Opt-In” Verfahren eine werbefreie Bestätigungsmail inkl. Aktivierungslink. Was sich bewährt hat, will die DSGVO nicht über den Haufen werfen. Auch nach neuem Recht muss der für den Newsletterversand Verantwortliche nachweisen können, dass die betroffene Person in die Nutzung ihrer E-Mail-Adresse zur Zusendung von werblichen E-Mails eingewilligt hat.

Pflicht der Datenportablität

 Ein echtes Novum ist das Recht der Datenportabilität. Der Nutzer hat das Recht, unter bestimmten Voraussetzungen Daten von einem Anbieter zu einem anderen mitzunehmen. Insbesondere kann dies bei social Networks, Verträgen mit Energieversorgern, Banken und Versicherungen den Wechsel erleichtern.

Bußgelder und Sanktionen

Nicht zu vergessen sind die möglichen Folgen eines Verstoßes gegen die DSGVO. Die neue Datenschutzgrundverordnung enthält nun auch eigene Bußgeld- und Sanktionsmöglichkeiten. Und diese haben es bei Nichtbefolgung in sich. Das Bußgeld darf nun bis zu 4 % des Jahresumsatzes bzw. 20 Millionen Euro betragen. Die DSGVO verfügt nun über mehr Abschreckungswirkung bei Missachtung des Datenschutzes als es bisher der Fall war.

Cookies, Social Media Plugins

Diese zwei wichtigen Themen tauchen in der Liste der Änderungen nicht auf und das aus einem simplen Grund. Sie werden in der DSGVO nicht ausdrücklich erwähnt. Wohl oder übel werden für diese daher die allgemeinen Grundsätze für die Datenerhebung angewandt werden. Konkret bedeutet das: Personenbezogene Daten von Internet-Surfern dürfen nur verarbeitet werden, wenn der Betroffene darin einwilligt hat oder eine andere gesetzliche Grundlage besteht.

Für Händler sollte der Vorbereitungsprozess wie folgt aussehen:

  • Prüfen Sie, welche Einwilligungen Sie in Ihrem Shop einholen und ob diese den neuen Anforderungen genügen.
  • Überprüfen Sie Ihre Verträge zu Auftragsdatenverarbeitung und nehmen Sie gegebenenfalls Anpassungen vor.
  • Behalten Sie im Auge, wie die neuen Vorgaben für die Datenschutzerklärung umzusetzen sind.
  • Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen, insbesondere bezüglich der korrekten Verwendung von Tracking- und Remarketing-Tools.

Der Händlerbund hilft!

Händlerbund-Mitglieder erhalten alle Informationen zur rechtskonformen Umsetzung der europaweit geltenden Datenschutzgrundverordnung. Die verbleibende Übergangszeit bis zum Stichtag 25. Mai 2018 sollte nicht davon abhalten, sich bereits jetzt mit den Änderungen auseinanderzusetzen. Werden Sie Mitglied und handeln Sie stets rechtssicher! Als Kunden von port80.it solutions erhalten Sie mit dem Rabattcode P1041#2017 einen Nachlass von 2 Monaten auf die Mitgliedschaft beim Händlerbund im ersten Jahr. Jetzt informieren!